Welcher Duft passt zu mir? Das Duftrad einfach erklärt
Was riechst Du wirklich, außer „gut“?
Ich halte ein Fläschchen hin. Kurzes Schnuppern. Dann: „Puh, nee.“
Passiert öfter, als Du denkst. Und ich finde das gut. „Puh, nee“ ist nämlich schon eine Information. Genau wie „Der riecht gut.“ Nur reicht beides irgendwann nicht mehr, wenn Du wissen willst, welcher Duft zu Dir passt.
Dafür nutze ich das Duftrad.
Was ist ein Duftrad?
Ein Duftrad ordnet Düfte in Familien. Ähnliche Düfte stehen nebeneinander. Sehr unterschiedliche liegen sich gegenüber.
Die Idee kommt aus der Parfümerie. Dort arbeitet man meist mit vier großen Familien: blumig, orientalisch, holzig und frisch. Darunter gibt es noch feinere Unterfamilien.
Mein Duftrad für ätherische Öle hat zwölf Familien. Klingt viel. Ist aber schnell gelernt, weil Nachbarn sich ähneln.
Hier kannst Du das Duftrad downloaden.
Die Duftfamilien bei ätherischen Ölen
Vorab: Kein Öl bleibt brav in seiner Schublade. Lavendel riecht blütig, aber auch krautig und leicht balsamisch. Bergamotte riecht für viele erst mal nach Zitrus. Wer genauer hinriecht, merkt fruchtige oder grüne Noten. Das Rad hilft beim Sortieren. Mehr will es gar nicht.
Im Kreis, oben angefangen:
- Zitrisch: Zitrone, Bergamotte. Hell und spritzig, wie frisch geschälte Frucht.
- Fruchtig: Römische Kamille. Riecht nach Apfel, da staunen die meisten.
- Blütig: Lavendel, Geranie. Weich und rosig. Geranie erinnert viele an Rose.
- Grün: Petitgrain. Nach Blättern und frisch gemähtem Gras.
- Aromatisch: Rosmarin, Majoran. Mediterraner Kräutergarten.
- Würzig: Ingwer, Zimt. Warm und scharf. Zimt kennst Du vom Plätzchenbacken.
- Süß / Anisisch: Fenchel, Anis. Erinnert an Lakritz.
- Minzig / Kampferartig: Pfefferminze, Eukalyptus. Kühl. Geht direkt in die Nase.
- Harzig / Nadelartig: Kiefer, Weißtanne. Waldspaziergang im Winter.
- Holzig: Zeder, Sandelholz. Warm und trocken. Wie in einer Holzhütte.
- Harzig / Bernsteinartig: Benzoe, Weihrauch. Warm und leicht süßlich. Weihrauch hat oft eine zitronige Spitze, die viele überrascht.
- Erdig / Wurzelig: Vetiver, Patchouli. Nach Waldboden. Polarisiert. Ein typischer Kandidat für „Puh, nee“.
Und dann schließt sich der Kreis: Erdig liegt wieder neben Zitrisch.
Kopf-, Herz- und Basisnote
Du riechst an einem Duftstreifen. Erst Orange. Zehn Minuten später eher Holz. Hast Du Dir nicht eingebildet.
Ätherische Öle verfliegen unterschiedlich schnell. Deshalb spricht man von Duftnoten:
- Kopfnote: Die riechst Du zuerst. Sie verfliegt schnell. Typisch sind Zitrus und Minze.
- Herznote: Kommt nach ein paar Minuten und bleibt länger. Typisch sind Blüten und viele Kräuter.
- Basisnote: Hält am längsten, oft Stunden. Typisch sind Holz und Harz.
Eine Mischung riecht nach einer Viertelstunde also anders als im ersten Moment. Gib ihr Zeit, bevor Du urteilst.
So findest Du Deine Duftfamilie
Du brauchst nicht viel. Ein paar Öle aus verschiedenen Familien und Riechstreifen. Wattepads gehen auch.
- Je einen Tropfen auf einen Streifen. Beschriften nicht vergessen.
- Den Streifen mit etwas Abstand unter die Nase halten. Nicht direkt aus dem Fläschchen riechen.
- Erst mal nur Bauchgefühl: Ja oder nein?
- Dann genauer: Was riechst Du wirklich, außer „gut“? Frisch? Süß? Erdig? Erinnert es Dich an etwas?
- Nach ein paar Düften Pause. Kurz an die frische Luft oder am eigenen Ärmel riechen. Die Nase wird schnell müde.
- Nach zehn Minuten nochmal an die Streifen. Stichwort Basisnote.
Am Ende siehst Du meistens ein Muster. Deine Jas landen oft in ein oder zwei Familien, die nebeneinanderliegen.
Genau diese Worte helfen mir auch in der Beratung. Wenn Du sagst: „Ich möchte etwas Frisches, aber bitte nichts, das so stark nach Zitrone riecht“, kann ich damit viel mehr anfangen als mit „Ich mag frische Düfte“.
Nachbarn im Duftrad mischen sich gut
Du willst anfangen zu mischen? Schau aufs Rad. Familien, die nebeneinanderliegen, passen fast immer zusammen.
- Blütig und Fruchtig: Lavendel mit Römischer Kamille. Weich, mit einem Hauch Apfel.
- Aromatisch und Würzig: Rosmarin mit Ingwer.
- Minzig und Harzig: Eukalyptus mit Kiefer. Klar und kühl.
- Harzig und Holzig: Kiefer mit Zeder. Riecht nach Wald.
- Holzig und Harzig / Bernsteinartig: Zeder mit Benzoe. Warm, mit etwas Süße.
Weiter auseinanderliegende Familien gehen auch. Orange und Zimt zum Beispiel: Zitrisch und Würzig liegen ein Stück voneinander weg und riechen zusammen trotzdem sofort nach Advent. Das ist dann eher was für Fortgeschrittene.
Beim Mischen überlege ich nicht nur, welche Öle zusammenpassen. Ich schaue auch, welche Duftcharaktere sich ergänzen und wohin die Mischung gehen soll.
Mein Tipp: Erst zwei Riechstreifen nebeneinander unter die Nase halten. Dann merkst Du, ob es passt, bevor Du irgendwas zusammenkippst.
Welcher Duft passt zu Dir?
Finde es mit meinem Quiz raus. Dauert ein paar Minuten. Welches Öl passt zu Dir?
Oder schreib mir, dann schauen wir zusammen. Die Beratung kostet Dich nichts.
Und wenn Du das Duftrad mal live ausprobieren willst: Ich komme jederzeit zu Dir und wir machen einen Workshop. Hier erfährst Du mehr.
Die Tipps, Rezepte und Empfehlungen sind kein Ersatz für einen Arztbesuch, medizinische Diagnostik oder Behandlung.
Ohne Hokuspokus. Mit Herz und Verstand. 🌿
